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<title>Flugmotor</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Flugmotor</span></h1>
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<p>Ein <b>Flugmotor</b> (auch <b>Flugzeugmotor</b>) ist ein <a href="Verbrennungsmotor" title="Verbrennungsmotor">Verbrennungsmotor</a> (am häufigsten in Form eines <a href="Hubkolbenmotor" title="Hubkolbenmotor">Hubkolbenmotors</a>), der speziell für den Einsatz in einem <a href="Luftfahrzeug" title="Luftfahrzeug">Luftfahrzeug</a> konstruiert wurde. An einen zertifizierten Flugmotor werden besondere technische sowie auch gesetzliche Anforderungen gestellt. Diese Anforderungen stehen&nbsp;– abgesehen von einigen Ausnahmen&nbsp;– dem Einsatz von vergleichsweise preisgünstigeren Großserien-<a href="Personenkraftwagen" title="Personenkraftwagen">PKW</a>- oder <a href="Motorrad" title="Motorrad">Motorradmotoren</a> entgegen.
</p><p>Flugmotoren werden – abweichend von Motoren für Straßenfahrzeuge – unter anderem durch die Angabe von <a href="Startleistung_(Triebwerk)" title="Startleistung (Triebwerk)">Startleistungen</a> und Dauerleistungen charakterisiert.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Technische_Anforderungen">Technische Anforderungen</h2></div>

<p>Aufgrund der Einsatzbedingungen wird von einem Flugmotor hohe Leistung bei günstigem <a href="Leistungsgewicht" title="Leistungsgewicht">Leistungsgewicht</a> und vibrationsarmem Motorlauf verlangt, dabei sollte er einen geringen <a href="Spezifischer_Kraftstoffverbrauch" title="Spezifischer Kraftstoffverbrauch">spezifischen Kraftstoffverbrauch</a> aufweisen und unbedingt zuverlässig sein.
</p><p>Ebenso soll der Motor mitsamt seinen <a href="Nebenaggregat" title="Nebenaggregat">Nebenaggregaten</a> kompakt aufgebaut sein und eine möglichst geringe <a href="Stirnfl%C3%A4che" title="Stirnfläche">Stirnfläche</a> bieten, um einen strömungsgünstigen Einbau in die Flugzeugzelle oder Motorgondel zu ermöglichen.
</p><p>Diese sich widersprechenden Anforderungen, die geringen Stückzahlen, hohen Entwicklungskosten und gesetzlichen Nachweispflichten (<a href="Zertifizierung" title="Zertifizierung">Zertifizierung</a>) führen dazu, dass zahlreiche Flugmotoren seit Jahrzehnten praktisch unverändert gebaut werden. Die aktuellen Hubkolbenmotoren, besonders der beiden großen US-amerikanischen Hersteller <a href="Lycoming" title="Lycoming">Lycoming</a> und <a href="Teledyne_Continental_Motors" class="mw-redirect" title="Teledyne Continental Motors">Continental</a>, entsprechen heute noch größtenteils dem technischen Stand der frühen 1960er-Jahre. Mittlerweile werden neben <a href="Vergaser" title="Vergaser">Vergasern</a> auch <a href="Saugrohreinspritzung" title="Saugrohreinspritzung">Saugrohreinspritzungen</a> verwendet. In den kleinsten Leistungsklassen bis höchstens 50&nbsp;kW sind für Ultraleichtflugzeuge und für motorisierte Segelflugzeuge <a href="Zweitaktmotor" title="Zweitaktmotor">Zweitaktmotoren</a> üblich.
</p><p>Abhängig von der Flughöhe ergeben sich Schwankungen von <a href="Luftdichte" title="Luftdichte">Luftdichte</a> und -temperatur, die geeignete Regelvorrichtungen für die <a href="Gemischbildung" title="Gemischbildung">Gemischbildung</a> erfordern (Siehe auch <a href="Leanen" title="Leanen">Leanen</a>). Durch <a href="Motoraufladung" title="Motoraufladung">Motoraufladung</a> bleiben Flugmotoren auch in großer Höhe leistungsfähig.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesetzliche_Anforderungen">Gesetzliche Anforderungen</h2></div>
<p>Der Ausfall eines Flugmotors kann zu einem <a href="Flugunfall" title="Flugunfall">Flugunfall</a> mit fatalen Folgen für Insassen und Personen am Boden und hohen Sachschäden führen. Aufgrund der daraus entstehenden Sicherheitsanforderungen bestehen für die Zulassung von Flugmotoren strenge Auflagen. Es werden vom Gesetzgeber umfangreiche Zuverlässigkeitsnachweise und unter anderem ein doppeltes Zündsystem für die Zulassung als Flugmotor gefordert. Des Weiteren wird die Wartung der Motoren sehr streng überwacht&nbsp;– der Gesetzgeber schreibt nach 2500 Betriebsstunden eine vollständige Motorüberholung mit Austausch der Laufgarnitur vor. Als Laufgarnitur bezeichnet man die Kolben nebst ihren Ringen sowie die Zylinder bzw. Zylinderlaufbuchsen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unterschiede_zu_Verbrennungsmotoren_von_Straßenfahrzeugen"><span id="Unterschiede_zu_Verbrennungsmotoren_von_Stra.C3.9Fenfahrzeugen"></span>Unterschiede zu Verbrennungsmotoren von Straßenfahrzeugen</h2></div>
<p>In seinem Grundprinzip ist ein Flugmotor, wie er beispielsweise in Leichtflugzeugen zum Einsatz kommt, dem eines <a href="PKW" class="mw-redirect" title="PKW">PKWs</a> ähnlich. Jedoch sind meist einige besondere Konstruktionsmerkmale vorhanden, welche zum Teil Voraussetzung für die Erteilung einer Zertifizierung sind.
</p><p>Für die Wahl der Motorkonfiguration (<a href="Boxermotor" title="Boxermotor">Boxermotor</a>, <a href="Reihenmotor" title="Reihenmotor">Reihenmotor</a>, <a href="Sternmotor" title="Sternmotor">Sternmotor</a>, <a href="V-Motor" title="V-Motor">V-Motor</a>) sind bei Luftfahrzeugen besondere Kriterien ausschlaggebend. Ein wesentlicher Aspekt bei luftgekühlten Motoren ist dabei eine gute Versorgung aller Zylinder mit Kühlluft.
</p><p>Bei einmotorigen Propellerflugzeugen (siehe auch <a href="Leichtflugzeug" title="Leichtflugzeug">Leichtflugzeug</a>) ist ein weiteres Kriterium, dass der Motor unmittelbar vor dem Piloten angeordnet ist und wegen der Bodenfreiheit des Propellerkreises eine hohe Einbaulage der Propeller- oder Kurbelwelle angestrebt wird. Alle Motorteile, die oberhalb der Kurbelwelle liegen, beeinträchtigen daher die Sicht des Piloten, sodass hier praktisch ausschließlich Boxermotoren verwendet werden. Früher wurden auch „hängende“ V- oder Reihenmotoren benutzt, das heißt, die Kurbelwellen lagen oben und die Zylinderköpfe unten.
</p><p>Bei an den Tragflächen angeordneten Motoren mehrmotoriger Flugzeuge ist die Sicht des Piloten konstruktions-bedingt nicht durch den Motor beeinträchtigt, sodass die leistungsstärksten mehrmotorigen Propellerflugzeuge auch alle mit Sternmotoren hoher Zylinderzahl ausgerüstet wurden (wie beispielsweise die <i><a href="Lockheed_Super_Constellation" title="Lockheed Super Constellation">Lockheed Super Constellation</a></i>).
</p><p>Die wesentlichen Unterschiede bzw. Abweichungen von Flugmotoren zu Verbrennungsmotoren von Straßenfahrzeugen sind:
</p>
<dl><dt>Doppelzündung</dt>
<dd>Es sind zwei voneinander unabhängige <a href="Z%C3%BCndung_(Verbrennungsmotor)" title="Zündung (Verbrennungsmotor)">Zündanlagen</a> vorgeschrieben (<a href="Z%C3%BCndung_(Verbrennungsmotor)#Magnetzündung" title="Zündung (Verbrennungsmotor)">Magnetzündung</a>), die normalerweise parallel in Betrieb sind, aber bei den Startvorbereitungen („Run-up“) einzeln überprüfbar sein müssen. Im Falle des Ausfalls einer Zündanlage dieser <a href="Doppelz%C3%BCndung" title="Doppelzündung">Doppelzündung</a> darf der Leistungsabfall des Motors einen gewissen Prozentsatz nicht überschreiten.</dd></dl>
<dl><dt>Verwendung von Leichtbenzin</dt>
<dd><a href="Motorenbenzin#Herstellung" title="Motorenbenzin">Motorenbenzine</a> sind Gemische verschiedener Kohlenwasserstoffe. Solche mit viel Wasserstoff und wenig Kohlenstoff (C5-C7) sind erstens energiereicher und haben zweitens ein geringeres Gewicht; beide Eigenschaften sind für Flugzeuge wichtig.</dd></dl>
<dl><dt>Gemischbildung und Motorschmierung</dt>
<dd>Auch in extremen Fluglagen und bei starken Beschleunigungen (<a href="Kunstflug" title="Kunstflug">Kunstflug</a>) muss die <a href="Gemischbildung" title="Gemischbildung">Gemischbildung</a> sichergestellt sein, um Motoraussetzer zu vermeiden. Dazu wird ein lageunabhängiges Gemischbildungssystem eingesetzt. Ebenso muss die <a href="Motorschmierung" title="Motorschmierung">Motorschmierung</a> lageunabhängig sichergestellt sein, was im Allgemeinen durch eine <a href="Motorschmierung#Trockensumpfschmierung" title="Motorschmierung">Trockensumpfschmierung</a> erreicht wird.</dd></dl>
<dl><dt>Gemischbeeinflussung</dt>
<dd>Das Kraftstoff-Luft-Gemisch muss – per Hand oder automatisch – dem abnehmenden Luftdruck in der Höhe angepasst werden können (siehe <a href="Leanen" title="Leanen">Leanen</a>).</dd></dl>
<dl><dt>Ventilsteuerung</dt>
<dd>Die <a href="Nockenwelle" title="Nockenwelle">Nockenwelle</a>(n) oder beim <a href="Sternmotor" title="Sternmotor">Sternmotor</a> die <a href="Nockentrommel" title="Nockentrommel">Nockentrommel</a> der <a href="Ventilsteuerung" title="Ventilsteuerung">Ventilsteuerung</a> darf nicht über <a href="Zahnriemen" title="Zahnriemen">Zahnriemen</a> oder <a href="Steuerkette" title="Steuerkette">Steuerketten</a> angetrieben werden. <a href="Stirnradgetriebe" title="Stirnradgetriebe">Stirnradgetriebe</a> oder eine <a href="K%C3%B6nigswelle" title="Königswelle">Königswelle</a> sind möglich. Die meisten heutigen Kolbenmotoren für Flugzeuge haben eine <a href="OHV-Ventilsteuerung" title="OHV-Ventilsteuerung">OHV-Ventilsteuerung</a>, bei der die Ventile über <a href="St%C3%B6%C3%9Fel_(Technik)" title="Stößel (Technik)">Stößel</a>, <a href="Sto%C3%9Fstange_(Motor)" title="Stoßstange (Motor)">Stoßstangen</a> und <a href="Kipphebel" title="Kipphebel">Kipphebel</a> betätigt werden.</dd></dl>
<dl><dt>Luftkühlung</dt>
<dd>Eine <a href="K%C3%BChlung_(Verbrennungsmotor)" title="Kühlung (Verbrennungsmotor)">Luftkühlung</a> ist leichter als eine Flüssigkeitskühlung und kann nicht durch Kühlmittelverlust ausfallen, sie ist daher bei den meisten Flugmotoren üblich. Moderne Flugmotoren haben luftgekühlte Zylinder und flüssigkeitsgekühlte Zylinderköpfe (Rotax, Jabiru, Limbach, Sauer).</dd></dl>
<dl><dt>Größere Hubräume</dt>
<dd>Flugmotoren müssen wegen der Betriebsgrenzen der Propeller hohe Leistungen bereits bei relativ niedrigen Drehzahlen (2500–2700/min) erbringen. Daher sind relativ große Hubräume üblich. Das <a href="Verdichtungsverh%C3%A4ltnis#Technik" title="Verdichtungsverhältnis">Verdichtungsverhältnis</a> ist eher niedrig. Moderne Flugmotoren haben zwischen Kurbelwelle und Propellernabe ein Reduktionsgetriebe mit Vibrationsdämpfer bei entsprechend geringerem Hubraum (Rotax 912-Serie: 1200&nbsp;cm³ im Vergleich zum leistungsgleichen Lycoming O-235 mit 3850&nbsp;cm³ und Direktantrieb).</dd></dl>
<dl><dt>Axiallager</dt>
<dd>Es muss dafür Sorge getragen werden, dass die von der Luftschraube auf die Kurbelwelle übertragenen erheblichen Zugkräfte von einem entsprechenden <a href="Lager_(Maschinenelement)#Axiallager" title="Lager (Maschinenelement)">Axial- oder Zuglager</a> aufgenommen werden.</dd></dl>
<dl><dt>Schraubensicherung</dt>
<dd>So gut wie alle Schraubverbindungen, auch Gehäuseverschraubungen, werden bei Flugmotoren aufwändig formschlüssig gesichert, meist durch <a href="Schraubensicherung#Drahtsicherung_für_Flugzeuge" title="Schraubensicherung">Drahtsicherungen</a> oder <a href="Splint" title="Splint">Splinte</a>.</dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einsatz_in_Leichtflugzeugen">Einsatz in Leichtflugzeugen</h2></div>

<p>Bei den in <a href="Leichtflugzeug" title="Leichtflugzeug">Leichtflugzeugen</a> eingesetzten Motoren wird in der Regel Luftkühlung verwendet. Die Kurbelwelle kann den <a href="Propeller" title="Propeller">Propeller</a> über ein <a href="Propellergetriebe_(Luftfahrt)" title="Propellergetriebe (Luftfahrt)">Untersetzungsgetriebe</a> antreiben oder der Propeller ist direkt am Flansch der Kurbelwelle verschraubt. Beim <a href="Direktantrieb" title="Direktantrieb">Direktantrieb</a> ist die Maximaldrehzahl des Motors auf etwa 2700/min begrenzt. Diese maximale Drehzahl ergibt sich dadurch, dass die Propellerspitzen bei dieser Drehzahl annähernd <a href="Schallgeschwindigkeit" title="Schallgeschwindigkeit">Schallgeschwindigkeit</a> erreichen, was die physikalisch-technische Grenze für den Luftschraubenantrieb darstellt.
</p><p>Generell werden bei direkt angetriebenen Propellern Motoren mit großem Hubraum verwendet, typischerweise <a href="Ottomotor" title="Ottomotor">Ottomotoren</a> mit 360&nbsp;Kubikzoll, also etwa 5,9&nbsp;Liter Hubraum für 132&nbsp;kW (180&nbsp;PS) oder 320&nbsp;Kubikzoll, also 5,25&nbsp;l Hubraum, für 118&nbsp;kW (160&nbsp;PS). Der Benzinverbrauch eines solchen Flugmotors beträgt etwa 35–40 Liter <a href="AVGAS" class="mw-redirect" title="AVGAS">AVGAS</a> pro Stunde, größere mit 8,9&nbsp;Liter Hubraum, also etwa 540&nbsp;Kubikzoll und 265&nbsp;kW (360&nbsp;PS) verbrauchen bis zu 100&nbsp;Liter pro Stunde.
</p><p>In den letzten Jahren werden in den niedrigeren Leistungsklassen auch Flugmotoren mit geringem Hubraum hergestellt, die ganz oder teilweise flüssigkeitsgekühlt sind. Dazu zählen der <a href="Thielert" class="mw-redirect" title="Thielert">Thielert</a>-<a href="Dieselmotor" title="Dieselmotor">Dieselmotor</a> (auf der Basis des <a href="Mercedes-Benz" title="Mercedes-Benz">Mercedes-Benz</a>-Dieselmotor <a href="Mercedes-Benz_OM_668" title="Mercedes-Benz OM 668">OM 668</a> der <a href="Mercedes-Benz_Baureihe_168" title="Mercedes-Benz Baureihe 168">A-Klasse</a> mit 1,7&nbsp;Liter Hubraum, turbogeladen, 100&nbsp;kW (135&nbsp;PS), Verbrauch 12&nbsp;l/h <a href="Kerosin" title="Kerosin">Kerosin</a> oder <a href="Dieselkraftstoff" title="Dieselkraftstoff">Diesel</a>), der Aluminium-Diesel EM-100 von Eco-Motors (mit 1,4&nbsp;Liter Hubraum, 100&nbsp;PS, ebenfalls turbogeladen, Verbrauch 10&nbsp;l/h Kerosin <i>Jet A-1</i>) und die Ottomotoren von Bombardier-<a href="BRP-Powertrain" class="mw-redirect" title="BRP-Powertrain">Rotax</a>, die <a href="Rotax_912" title="Rotax 912">912er- und 914er-Serie</a> (1,4&nbsp;Liter Hubraum, bis 85&nbsp;kW (115&nbsp;PS), Verbrauch 18&nbsp;l/h <a href="MoGas" title="MoGas">MoGas</a>).
</p><p>In jüngerer Zeit sind flach bauende <a href="Boxermotor" title="Boxermotor">Boxermotoren</a> üblich, während früher auch <a href="Sternmotor" title="Sternmotor">Sternmotoren</a> oder häufig Reihenmotoren (auch hängend, also mit den Zylindern nach unten) verwendet wurden, beispielsweise <a href="Hirth_Motoren" title="Hirth Motoren">Hirth</a>, <a href="De_Havilland_Gipsy_Major" title="De Havilland Gipsy Major">Gipsy Major</a>, <a href="Walter_Minor" title="Walter Minor">Walter</a>. Im Gebiet des ehemaligen Ostblocks sind Sternmotoren als Leichtflugzeug-Antrieb bis in die heutige Zeit üblich (<a href="Wedenejew_M-14" title="Wedenejew M-14">Wedenejew M-14</a>).
</p><p>Generell ist eine Tendenz zum Dieselmotor erkennbar, da diese Motoren inzwischen durch Direkteinspritzung und Turboaufladung Leistungsgewichte erzielen, die den Einsatz in Leichtflugzeugen ermöglichen. Der größte Vorteil ist ihr niedriger Kraftstoffverbrauch. So konnte der Verbrauch einer <a href="Robin_DR_400" title="Robin DR 400">Robin DR 400</a> durch den Einsatz eines Dieselmotors mit vergleichbarer Leistung um rund 35 Prozent gesenkt werden. Allerdings bleibt anzumerken, dass derzeit Dieselmotoren in Leichtflugzeugen nicht überholt werden können, sondern mangels austauschbarer Laufbuchsen nach dem Ablauf einer festgelegten Laufzeit komplett getauscht werden müssen. Die Kosten hierfür sind deutlich höher als die der Generalüberholung von Flugmotoren klassischer Bauart.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erstflüge"><span id="Erstfl.C3.BCge"></span>Erstflüge</h3></div>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Luftschiff">Luftschiff</h4></div>
<p>Um die Wende vom 19.&nbsp;zum 20.&nbsp;Jahrhundert baute der gebürtige <a href="Brasilianer" class="mw-redirect" title="Brasilianer">Brasilianer</a> <a href="Alberto_Santos-Dumont" class="mw-redirect" title="Alberto Santos-Dumont">Alberto Santos-Dumont</a> in Frankreich eine ganze Reihe von <a href="Prallluftschiff" title="Prallluftschiff">Prallluftschiffen</a>. 1894 nutzte er den Benzinmotor seines Dreirades für den Propeller eines seiner Luftschiffe.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Erster_gesteuerter_Flug_eines_Flugzeugs_durch_die_Gebrüder_Wright"><span id="Erster_gesteuerter_Flug_eines_Flugzeugs_durch_die_Gebr.C3.BCder_Wright"></span>Erster gesteuerter Flug eines Flugzeugs durch die Gebrüder Wright</h4></div>

<p>Die Wrights schnitten einen <a href="Propeller" title="Propeller">Propeller</a> mit einem hohen Wirkungsgrad und ließen, da nirgends ein geeignetes Triebwerk zu bekommen war, sich von Taylor in der Fahrradfabrik eines herstellen. Binnen kürzester Zeit entstand ein gerade einmal 77&nbsp;kg schwerer wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Benzinmotor, der 12&nbsp;PS abgab. Zur Kompensation der Drehmomente erhielt der Flugapparat zwei gegenläufige Luftschrauben, deren Antrieb über Rollenketten erfolgte, die in Rohren liefen, um Vibrationen zu vermeiden.
</p><p>Am Vormittag des 17. Dezember 1903 hob Orville Wright mit dem <i>Flyer</i> genannten Fluggerät vom Boden ab. Er war zwölf Sekunden lang in der Luft und legte dabei 37 Meter zurück (10,8&nbsp;km/h). Unmittelbar folgte Wilbur, jeder flog an diesem Tag zweimal. Wilbur gelang dabei ein Flug von 59 Sekunden und 260 Metern Flugstrecke (19&nbsp;km/h).<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Orville sagte später darüber, es war das erste Mal in der Geschichte, dass „eine Maschine mit einem Menschen sich selbst durch ihre eigene Kraft in freiem Flug in die Luft erhoben hatte, in waagerechter Bahn vorwärts geflogen und schließlich gelandet war, ohne zum Wrack zu werden“. Die Flugmaschine maß 12,3 Meter in der Spannweite, 6,4 Meter in der Länge und 2,8 Meter in der Höhe; sie bestand aus Holz und einer Stoffbespannung, ihr Fluggewicht betrug 340 Kilogramm, und der Pilot lag auf der unteren Tragfläche.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Höhepunkt_der_Entwicklung"><span id="H.C3.B6hepunkt_der_Entwicklung"></span>Höhepunkt der Entwicklung</h3></div>
<p>Im <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> und bis Mitte der 1950er-Jahre wurden Hubkolben-Flugmotoren mit über 3680&nbsp;kW (5000&nbsp;PS) <a href="Startleistung_(Flugzeug)" title="Startleistung (Flugzeug)">Startleistung</a> und mehr als 70&nbsp;Litern Hubraum produziert, um <a href="Jagdflugzeug" title="Jagdflugzeug">Jagdflugzeuge</a>, <a href="Bomber" title="Bomber">Bomber</a> und große Passagiermaschinen anzutreiben. Herausragend waren beispielsweise die Motoren <a href="Wright_R-3350" title="Wright R-3350">Wright R-3350</a> und <a href="Pratt_%26_Whitney_R-4360" title="Pratt &amp; Whitney R-4360">Pratt &amp; Whitney R-4360</a>. Infolge der technischen Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg mit <a href="Strahltriebwerk" class="mw-redirect" title="Strahltriebwerk">Strahltriebwerken</a> und <a href="Turboprop" title="Turboprop">Turbopropantrieben</a> werden Hubkolbenmotoren mit mehr als etwa 400&nbsp;kW für Fluganwendungen seit den 1960er Jahren kaum noch gebaut.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Historische_Hersteller_(Auswahl)"><span id="Historische_Hersteller_.28Auswahl.29"></span>Historische Hersteller (Auswahl)</h3></div>

<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Alfa_Romeo_und_Alfa_Romeo_Avio">Alfa Romeo und Alfa Romeo Avio</h4></div>
<p>Bereits 1910 wurde ein Motor von <a href="Alfa_Romeo" title="Alfa Romeo">Alfa Romeo</a> in ein Flugzeug eingebaut. Alfa baute Flugmotoren wie beispielsweise den 9-Zylinder Sternmotor 128.RC.21 und den RA.1000 RC 41-I Monsone, eine Lizenzversion des <a href="Daimler-Benz_DB_601" title="Daimler-Benz DB 601">Daimler-Benz DB 601</a>. Ab 1941 produzierte die neugegründete Alfa Romeo Avio als Division von Alfa Romeo Flugzeugmotoren. Alfa Romeo Avio wurde 1986 an Aeritalia und 1996 an Fiat verkauft. 2003 wurden die Alfa Romeo Avio und die <a href="Fiat_Aviazione" title="Fiat Aviazione">Fiat Avio</a> zu der <a href="Avio" title="Avio">Avio S.p.A.</a> fusioniert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="BMW">BMW</h4></div>

<p>Heute bekanntester historischer Hersteller von Hubkolben-Flugmotoren sind die Bayerischen Motorenwerke <a href="BMW" title="BMW">BMW</a>, die heute PKW und Motorräder herstellen, aber als Flugmotorenhersteller begannen.
</p><p>Vorgänger von BMW waren die 1913 von <a href="Karl_Rapp" title="Karl Rapp">Karl Rapp</a> gegründeten Rapp Motorenwerke GmbH. Sie änderten ihren Namen im April 1917 zunächst in BMW GmbH und ein Jahr später, nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, in BMW AG. Der erste Geschäftsführer war bis 1942 <a href="Franz_Josef_Popp" title="Franz Josef Popp">Franz Josef Popp</a>. In der jungen Firma machte sich der aufstrebende Ingenieur <a href="Max_Friz" title="Max Friz">Max Friz</a> schnell einen Namen: Er entwickelte 1917 einen Flugmotor mit Überverdichtung. Dadurch wurde der Leistungsverlust in der Höhe verringert. Diese Konstruktion bewährte sich so gut, dass BMW von der Preußischen Heeresverwaltung einen Auftrag über 2.000 Motoren erhielt. Am 17. Juni 1919 wurde mit einem <a href="BMW_IIIa" title="BMW IIIa">BMW IIIa</a> noch heimlich der Höhenweltrekord von 9.760 Metern erzielt, doch mit dem Ende des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> schien bereits das Ende der Firma gekommen zu sein: Der <a href="Versailler_Vertrag" class="mw-redirect" title="Versailler Vertrag">Versailler Vertrag</a> verbot es für fünf Jahre, im Deutschen Reich Flugmotoren (damals das einzige Produkt von BMW) herzustellen. Am 30. Dezember 1921 wurde in den USA ein Dauerflugrekord mit einem <a href="BMW_IIIa" title="BMW IIIa">BMW-IIIa</a>-Flugmotor erflogen. Ein Junkers-Larsen 6-Flugzeug erzielte dabei die Zeit von 26&nbsp;h&nbsp;19&nbsp;min&nbsp;35&nbsp;s. 1922 verließ Hauptaktionär <a href="Camillo_Castiglioni" title="Camillo Castiglioni">Camillo Castiglioni</a> die Firma und nahm die Namensrechte an BMW mit. Er ging zu den <a href="BMW#Beginn" title="BMW">Bayerischen Flugzeugwerken</a> (BFW).
</p><p>Diese waren aus den am 7. März 1916 registrierten <i>Gustav Otto Flugmaschinenwerken</i> von <a href="Gustav_Otto_(Flugzeugbauer)" title="Gustav Otto (Flugzeugbauer)">Gustav Otto</a>, einem Sohn des Ottomotor-Namensgebers <a href="Nikolaus_Otto" class="mw-redirect" title="Nikolaus Otto">Nikolaus Otto</a> hervorgegangen. Dieser 7. März 1916 gilt in der offiziellen Firmengeschichtsschreibung als Gründungsdatum von BMW. Mit dem Wechsel von Castiglioni wurde aus den Bayerischen Flugzeugwerken (BFW) BMW.
</p><p>Als Beispiel für die Flugmotoren von BMW in der Zwischenkriegszeit sei der <a href="BMW_VI" title="BMW VI">BMW VI</a> genannt, ein wassergekühlter <a href="Zw%C3%B6lfzylindermotor" title="Zwölfzylindermotor">Zwölfzylinder</a>-<a href="V-Motor" title="V-Motor">V-Motor</a>, der unter anderem auch in den <a href="Flugboot" title="Flugboot">Flugbooten</a> <a href="Dornier_Wal" title="Dornier Wal">Dornier Wal</a> für die Arktisexpedition <a href="Roald_Amundsen" title="Roald Amundsen">Roald Amundsens</a> zum Einsatz kam. 1936 wurde auch ein Versuchsmodell des Dieselmotors <a href="BMW_114_(Flugmotor)" title="BMW 114 (Flugmotor)">BMW 114</a> fertiggestellt, die Entwicklung wurde jedoch schon 1937 eingestellt.
</p><p>Von dem ab 1938 unter der Leitung von Duckstein entwickelten und ab 1940 in Serie gebauten <a href="BMW_801" title="BMW 801">BMW 801</a>, einem luftgekühlten 14-Zylinder-Doppelsternmotor, wurden insgesamt etwa 21.000 Exemplare in 22 Varianten hergestellt, von denen elf in Serie gingen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Bristol">Bristol</h4></div>
<p>Die <i>Bristol Engine Company</i>, eine Tochtergesellschaft der <a href="Bristol_Aeroplane_Company" title="Bristol Aeroplane Company">Bristol Aeroplane Company</a>, produzierte seit den 1920er-Jahren Flugmotoren. In den 1930er- und 1940er-Jahren entstanden einige bemerkenswerte ventillose Sternmotoren mit <a href="Schiebermotor" title="Schiebermotor">Schiebersteuerung</a> wie beispielsweise der <a href="Bristol_Hercules" title="Bristol Hercules">Bristol Hercules</a> und <a href="Bristol_Centaurus" title="Bristol Centaurus">Bristol Centaurus</a> mit der Burt-McCollum-Hülsenschiebersteuerung, die in großer Stückzahl hergestellt wurden. Bristol ging 1966 im <a href="Rolls-Royce_(Triebwerke)" class="mw-redirect" title="Rolls-Royce (Triebwerke)">Rolls-Royce-Konzern</a> auf, nach dem Zweiten Weltkrieg unter dem Namen <a href="Bristol_Siddeley" title="Bristol Siddeley">Bristol Siddeley</a> überwiegend nur noch Strahltriebwerke gefertigt wurden, welche die leistungsstarken Kolbenmotoren im zivilen und militärischen Bereich verdrängten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Curtiss-Wright">Curtiss-Wright</h4></div>

<p>Der bedeutendste amerikanische Hersteller von Flugmotoren war die Firma <a href="Curtiss-Wright" title="Curtiss-Wright">Curtiss-Wright</a>. Das Unternehmen entstand am 5. Juli 1929 aus der Fusion der <a href="Wright_Aeronautical" title="Wright Aeronautical">Wright Aeronautical</a> Corporation der <a href="Gebr%C3%BCder_Wright" class="mw-redirect" title="Gebrüder Wright">Gebrüder Wright</a> und der <a href="Curtiss_Aeroplane_and_Motor_Company_Incorporated" class="mw-redirect" title="Curtiss Aeroplane and Motor Company Incorporated">Curtiss Aeroplane and Motor Company</a> des Flugpioniers <a href="Glenn_Curtiss" title="Glenn Curtiss">Glenn Curtiss</a> sowie zehn weiteren Tochtergesellschaften.
</p><p>Bekannt wurde die Firma mit ihren fortschrittlichen und leistungsfähigen <a href="Sternmotor" title="Sternmotor">Sternmotoren</a> wie <a href="Wright_R-1820" title="Wright R-1820">R-1820</a>, <a href="Wright_R-2600" title="Wright R-2600">R-2600</a>, <a href="Wright_R-3350" title="Wright R-3350">R-3350</a> und <a href="Wright_R-4090" title="Wright R-4090">R-4090</a> sowie den zugehörigen Propellern.
</p><p>Der Wright R-3350 als Schlusspunkt der Entwicklung von Hubkolbenmotoren wurde noch in den 1950er-Jahren bei der <a href="Douglas_DC-7" title="Douglas DC-7">Douglas DC-7</a> und der <a href="Lockheed_Super_Constellation" title="Lockheed Super Constellation">Lockheed Super Constellation</a> verwendet, den letzten Langstreckenpassagiermaschinen mit Kolbenmotorantrieb.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Daimler-Benz">Daimler-Benz</h4></div>
<p>Die <a href="Daimler-Benz" title="Daimler-Benz">Daimler-Benz AG</a> produzierte vor und während des Zweiten Weltkrieges hohe Stückzahlen von Flugmotoren der oberen Leistungsklassen. Dies waren vorwiegend flüssigkeitsgekühlte <a href="Zw%C3%B6lfzylindermotor" title="Zwölfzylindermotor">Zwölfzylindermotoren</a> in hängender <a href="V-Motor" title="V-Motor">V-Anordnung</a> wie beispielsweise die Typen <a href="Daimler-Benz_DB_601" title="Daimler-Benz DB 601">DB 601</a>, <a href="Daimler-Benz_DB_603" title="Daimler-Benz DB 603">DB603</a> sowie der <a href="Daimler-Benz_DB_605" title="Daimler-Benz DB 605">DB 605</a> mit über 42.000 gebauten Einheiten. Die Flugmotorenfertigung endete mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches.
In neuerer Zeit werden auf der technischen Basis von PKW-Motoren des <a href="Mercedes-Benz" title="Mercedes-Benz">Mercedes-Benz</a>-Konzernes (A-Klasse bzw. <a href="Smart_(Auto)" class="mw-redirect" title="Smart (Auto)">Smart</a>) von den Firmen <a href="Technify" title="Technify">Thielert</a> und Ecofly<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> wieder Flugmotoren gebaut. Diese Motoren sind turbogeladene Otto- (Ecofly) oder Dieselmotoren (Thielert/Centurion).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Henschel_Flugmotorenbau">Henschel Flugmotorenbau</h4></div>
<p>Die <a href="Henschel_Flugmotorenbau" title="Henschel Flugmotorenbau">Henschel Flugmotorenbau GmbH</a> (1936–1957) war ein Tochterunternehmen von <a href="Henschel_%26_Sohn" title="Henschel &amp; Sohn">Henschel &amp; Sohn</a> zur Herstellung und Reparatur von Flugzeugmotoren. Im Zweiten Weltkrieg entwickelte sich das Unternehmen zu einem der umsatzstärksten und größten Produzenten von militärisch genutzten Flugzeugmotoren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Hispano-Suiza">Hispano-Suiza</h4></div>
<p>Der spanische Hersteller von Luxusautos <a href="La_Hispano-Suiza" title="La Hispano-Suiza">La Hispano-Suiza</a> begann 1914 in seinem französischen Werk <a href="Bois-Colombes" title="Bois-Colombes">Bois-Colombes</a> (<i>Hispano France</i>, ab 1923 <a href="Soci%C3%A9t%C3%A9_Fran%C3%A7aise_Hispano-Suiza" title="Société Française Hispano-Suiza">Société Française Hispano-Suiza</a>) mit der Produktion von Flugmotoren. In vielen Militärflugzeugen des Ersten Weltkriegs wurden die V8-Motoren aus der Baureihe <a href="Hispano-Suiza_8" title="Hispano-Suiza 8">HS&nbsp;8</a> verwendet, denen in den 1920er Jahren die <a href="Zw%C3%B6lfzylindermotor" title="Zwölfzylindermotor">Zwölfzylinder</a>-V-Motoren der <a href="Hispano-Suiza_12" title="Hispano-Suiza 12">HS 12-Reihe</a> folgten. Letzter selbst entwickelter Flugmotor war der nach 1945 gebaute V12-Motor <a href="Hispano-Suiza_12" title="Hispano-Suiza 12">Hispano-Suiza HS 12-Z89</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Porsche">Porsche</h4></div>
<p>In den 1980er-Jahren stellte Porsche den <a href="Porsche_PFM_3200" title="Porsche PFM 3200">PFM 3200</a> her, der auf dem Sechszylinder-Boxermotor des <a href="Porsche_911" title="Porsche 911">Porsche 911</a> basierte. 1990 wurde die Produktion eingestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Rolls-Royce">Rolls-Royce</h4></div>

<p>Die englische Firma <a href="Rolls-Royce_(Triebwerke)" class="mw-redirect" title="Rolls-Royce (Triebwerke)">Rolls-Royce</a>, 1904 als Hersteller von luxuriösen Autos gegründet, baute ab 1914 Flugmotoren. Auf diesem Gebiet wurde die Firma zu einem der größten Hersteller von Motoren für die Flugzeuge der Alliierten im Zweiten Weltkrieg.
</p><p>Heute stellt Rolls-Royce nur noch Düsentriebwerke, Turboprops und Wellentriebwerke, aber keine Kolbenmotoren mehr her.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aktuelle_Hersteller">Aktuelle Hersteller</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Lycoming">Lycoming</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Lycoming" title="Lycoming">Lycoming</a></i></div>
<p>In der <a href="Allgemeine_Luftfahrt" title="Allgemeine Luftfahrt">allgemeinen Luftfahrt</a> sind die seit vielen Jahren gebauten Aggregate des US-amerikanischen Herstellers <a href="Lycoming" title="Lycoming">Lycoming</a> weit verbreitet. Insbesondere die zahlreichen <a href="Cessna" title="Cessna">Cessna</a>-Flugzeuge fliegen mit Lycoming, wobei beide Hersteller mit <a href="Textron" title="Textron">Textron</a> den gleichen Mutterkonzern haben. Mit dem <i>Lycoming R-680</i> begann das Unternehmen 1929 mit dem Flugmotorenbau und entwickelte 1944 mit dem <a href="Lycoming_XR-7755" title="Lycoming XR-7755">Lycoming XR-7755</a> (36&nbsp;Zylinder, 5000&nbsp;PS) den stärksten jemals gebauten Hubkolben-Flugmotor.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Continental">Continental</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Teledyne_Continental_Motors" class="mw-redirect" title="Teledyne Continental Motors">Teledyne Continental Motors</a></i></div>

<p>Größter Konkurrent von Lycoming ist der US-amerikanische Hersteller <a href="Teledyne_Continental_Motors" class="mw-redirect" title="Teledyne Continental Motors">Teledyne Continental Motors</a>, der ebenfalls seit 1929 (damals noch als <i>Continental Aircraft Engine Company</i>) Flugmotoren für die allgemeine Luftfahrt herstellt. Einige dieser Motorentypen wurden auch von Rolls-Royce in Lizenz gebaut.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Société_de_Motorisations_Aéronautiques"><span id="Soci.C3.A9t.C3.A9_de_Motorisations_A.C3.A9ronautiques"></span>Société de Motorisations Aéronautiques</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Soci%C3%A9t%C3%A9_de_Motorisations_A%C3%A9ronautiques" title="Société de Motorisations Aéronautiques">Société de Motorisations Aéronautiques</a></i></div>
<p>Die Société de Motorisations Aéronautiques (kurz SMA) ist ein französisches Unternehmen, die sich mit der Herstellung von Flugzeugmotoren, speziell Dieselmotoren, beschäftigt.
</p><p>Zwischen dem 17. und dem 25. Juli 2006 erregte eine mit dem <a href="SMA_SR305" title="SMA SR305">SMA SR305</a>-230 ausgerüstete Cessna 182 (<a href="Luftfahrzeugkennzeichen" title="Luftfahrzeugkennzeichen">Luftfahrzeugkennzeichen</a>: F-GJET) internationales Aufsehen, als das Flugzeug in neun Etappen von Le Bourget nach Oshkosh geflogen wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="BRP-Powertrain_(Rotax)"><span id="BRP-Powertrain_.28Rotax.29"></span>BRP-Powertrain (Rotax)</h3></div>

<p>In der Klasse der <a href="Ultraleichtflugzeug#Aerodynamisch_gesteuerte_Ultraleichtflugzeuge" title="Ultraleichtflugzeug">flächengesteuerten Ultraleichtflugzeuge</a> sowie bei Reisemotorseglern und leichteren Propellermaschinen sind Motoren der Firma <a href="BRP-Powertrain" class="mw-redirect" title="BRP-Powertrain">BRP-Powertrain</a> (meistens als <i>Rotax</i> bezeichnet) verbreitet.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Limbach">Limbach</h3></div>
<p>Die Firma <a href="Limbach_Flugmotoren" title="Limbach Flugmotoren">Limbach Flugmotoren</a> in <a href="K%C3%B6nigswinter" title="Königswinter">Königswinter</a> stellt Zwei- und Viertakt-Boxermotoren im Leistungsbereich von 15 bis 118&nbsp;<a href="Watt_(Einheit)" title="Watt (Einheit)">kW</a> her. Diese finden vorwiegend in <a href="Reisemotorsegler" class="mw-redirect" title="Reisemotorsegler">Reisemotorseglern</a> und Ultraleichtflugzeugen Verwendung. Außerdem befanden sich Motoren für <a href="Unbemanntes_Luftfahrzeug" title="Unbemanntes Luftfahrzeug">unbemannte Luftfahrzeuge</a> im Programm.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Sauer">Sauer</h3></div>
<p><a href="Sauer_Flugmotorenbau" title="Sauer Flugmotorenbau">Sauer Flugmotorenbau</a> in <a href="Ober-Olm" title="Ober-Olm">Ober-Olm</a> stellt – neben Getrieben, Luftschrauben und weiterem Luftfahrtzubehör – Zwei- und Viertakt-Boxer- und Reihenmotoren im Leistungsbereich von 20 bis 80&nbsp;kW her. Verwendung finden diese vorwiegend in Ultraleichtflugzeugen, Reisemotorseglern und unbemannten Luftfahrzeugen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Thielert/Centurion/Technify/Continental_Diesel"><span id="Thielert.2FCenturion.2FTechnify.2FContinental_Diesel"></span>Thielert/Centurion/Technify/Continental Diesel</h3></div>
<p>Die <a href="Technify" title="Technify">Continental Aerospace Technologies GmbH</a> produziert und vertreibt als Nachfolgegesellschaft der insolventen Thielert Aircraft Engines GmbH die <a href="Thielert_Centurion" title="Thielert Centurion">Thielert-Diesel-Flugmotoren</a> weiter.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die von Automobilmotoren abstammenden Aggregate können mit Jet-A1 und herkömmlichem Dieselkraftstoff betrieben werden.
Die Motoren werden als Tauschaggregate für herkömmliche Lycoming- und Continental-Avgas-Motoren angeboten, wurden aber auch ab Werk in verschiedenen Mustern verbaut (unter anderem Diamond DA-40, DA-42 Twin Star und Cessna 172 Skyhawk).
Umrüstsätze mit ergänzender Musterzulassung gibt es für die Cessna 172, Piper PA28, Robin DA400.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Austro_Engine">Austro Engine</h3></div>
<p>Da nach der Insolvenz des Diesel-Flugmotoren Lieferanten Thielert die weitere Verfügbarkeit der Triebwerke ungeklärt war, gründete der österreichische Flugzeughersteller <a href="Diamond_Aircraft" title="Diamond Aircraft">Diamond Aircraft</a> den Flugmotorenhersteller <a href="Austro_Engine" title="Austro Engine">Austro Engine</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Entwicklung_der_Ottokraftstoffe" title="Entwicklung der Ottokraftstoffe">Entwicklung der Ottokraftstoffe</a></li>
<li><a href="Kolbentriebwerk" class="mw-redirect" title="Kolbentriebwerk">Kolbentriebwerk</a></li>
<li><a href="Leanen" title="Leanen">Leanen</a></li>
<li><a href="Liste_japanischer_Flugzeug-Kolbentriebwerke" title="Liste japanischer Flugzeug-Kolbentriebwerke">Liste japanischer Flugzeug-Kolbentriebwerke</a></li>
<li><a href="Luftfahrtantriebe" title="Luftfahrtantriebe">Luftfahrtantriebe</a></li>
<li><a href="Strahltriebwerk" class="mw-redirect" title="Strahltriebwerk">Strahltriebwerk</a></li>
<li><a href="Turboprop" title="Turboprop">Turboprop</a></li>
<li><a href="Wellenturbine#Wellenturbine_und_Strahltriebwerk" class="mw-redirect" title="Wellenturbine">Wellenturbine</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Ernst Götsch: <i>Luftfahrzeugtechnik. Einführung, Grundlagen, Luftfahrzeugkunde.</i> Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02006-8.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Aircraft_piston_engines?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Flugmotor</a></span></b>&nbsp;– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Flugzeugmotor" class="extiw external" title="wikt:Flugzeugmotor">Wiktionary: Flugzeugmotor</a></b>&nbsp;– Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.luftfahrtportal.de/Luftfahrtgeschichte.html">Die Entwicklung der deutschen Flugzeugmotorenindustrie (1883–1990)</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=aaz&amp;datum=19220709&amp;seite=49&amp;zoom=33">„Weltrekord im Dauerflug mit Bayern-Motor erzielt“-Inserat in der Allgemeine Automobil-Zeitung vom 9. Juli 1922 (Österreichische Nationalbibliothek)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.thewrightbrothers.org/fivefirstflights.html">The Five First Flights</a> auf <i>thewrightbrothers.org</i></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ecofly.de/german.htm">Internetpräsenz der Firma Ecofly</a>, abgerufen am 1. Februar 2015</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.flyrotax.com/">Website von <i>Rotax Aircraft Engines</i></a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.limflug.de/index.php?page=products&amp;lang=de">Motoren-Übersicht</a> auf der Website von <i>Limbach Flugmotoren</i>, abgerufen am 28. Februar 2011</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.sauer-flugmotorenbau.de/Flugmotore.html">Motoren-Übersicht</a> auf der Website von <i>Sauer Flugmotorenbau</i>, abgerufen am 28. Februar 2011</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.technify.de/typo3/index.php?id=343">Firmenprofil der Continental Aerospace Technologies</a></span>
</li>
</ol>
<div class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1 navigation-not-searchable normdaten-typ-s" style="border-style: solid; border-width: 1px; clear: left; margin-bottom:1em; margin-top:1em; padding: 0.25em; overflow: hidden; word-break: break-word; word-wrap: break-word;" id="normdaten">
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Normdaten&nbsp;(Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4121282-4">4121282-4</a></span> </div>
</div></div></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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